Hexenprozesse in Kurmainz

Hexenverfolgung in Erfurt und Thüringen

Zu den östlichsten Besitzungen von Kurmainz zählten auch Erfurt und das Eichsfeld. Im relativ großen thüringischen Besitz der Mainzer Erzbischöfe kam es jedoch nur zu insgesamt 18 Verfolgungsfällen. Auffällig ist aber, dass alle Fälle früher oder aber später als die übrigen Verfolgungen in Kurmainz zu verzeichnen sind. Zwischen 1590 und 1630 blieb es nämlich in Erfurt und dem Eichsfeld überraschend ruhig.

Bereits für die Zeit zwischen 1526 und 1589 sind in Erfurt 13 Fälle von Verfolgungen überliefert. Den Anfang macht der Fall eines Pfarrers von 1526, bei dem man ein Zauberbuch fand. Nachdem er gestanden hatte, sich dem Teufel ergeben zu haben, wurde er verbrannt.

Die nächsten Fälle datieren von 1549 und forderten drei Menschenleben. Die letzten Fälle für das 16. Jahrhundert in Erfurt sind von 1587 bis 1589 überliefert. Für diese Prozesse holte man sogar die Gutachten der Erfurter Juristischen Fakultät ein, die auf "scharfe Fragen" also die Folter erkannten. (Füssel, Hexenverfolgungen).

Für die Stadt Erfurt waren damit die Verfolgungen, zumindest die gesicherten Hinrichtungen, vorbei.

1663 hat sich dann ein Fall aus Sömmerda überliefert. Hier kam es bei einer der Hexerei beschuldigten Frau zu einer Hausdurchsuchung, bei der man verdächtige Dinge fand. Daher sandte man das Protokoll des Verhörs nach Erfurt an den Stadtrat, ein Jahr vor der Reduktion durch Kurmainz im Jahre 1664. Mit zahlreichen Verhören und Gutachten der Universitäten Leipzig und Erfurt zog sich das Verfahren hin, ohne dass wir den Abschluss kennen. Vermutlich hat die Eroberung (Reduktion) der Stadt 1664 und die Besetzung durch kurmainzische und französische Truppen ein Ende des Prozesses herbeigeführt.

Für das Eichsfeld sind nur drei Fälle bekannt geworden. Sie sind zugleich die letzten Fälle in Kurmainz, die mit einer Hinrichtung enden. Die Fälle in Worbis aus dem Jahr 1681 betrafen drei Frauen, davon auch Mutter und Tochter. Während die beiden Frauen verbrannt wurden, kam die Tochter mit dem Leben davon. In Heiligenstadt wurde ein junges Mädchen 1700 der Hexerei beschuldigt, dann allerdings nur in eine Verwahranstalt gebracht. Damit endete die Verfolgung im kurmainzischen Thüringen.

Nachweise

Verfasser: Ludolf Pelizaeus