Hexenprozesse in Kurmainz

Kurmainz

Das Erzstift Mainz

Allgemein:

Der Kurfürst von Mainz war aber gleichzeitig als Erzbischof auch geistlicher Herr, schließlich stand er der sehr großen Erzdiözese Mainz vor. Dementsprechend ist zwischen dem Erzbistum und dem Territorium von Kurmainz zu scheiden. [Mehr]

Opferlisten

Geographie:

Hier finden Sie die Opferlisten erstellt nach nach Herbert Pohl; Miltenberg nach Wilhelm Otto Keller, Thüringen: Ronald Füssel, weitere Ergänzungen nach eigenen Recherchen im StA Würzburg. [Mehr]


Zeitlicher Abriss der Hexenverfolgung in Kurmainz

1481 Ernennung von Jakob Sprenger zum Inquisitor der drei Erzbistümer Mainz, Köln, Trier, erstes Zusammentreffen von Kurmainz mit der Hexenverfolgung
1511 erste nachweisbare Klage wegen Hexerei vor dem Rat der Stadt Mainz als Beleidigungsklage
1. Hälfte des 16. Jahrhunderts Hinrichtungen von der Hexerei Angeklagten in Steinheim, 1534 erste nachweisliche Untersuchung in Trechtingshausen
letztes Viertel des 16. Jahrhunderts Obrigkeit sieht sich jetzt grundsätzlich bei Hexereivorwürfen unmittelbar zum Einschreiten veranlasst
Um 1570 unter Kurfürst Wolfgang von Dalberg (1582-1601) Verfolgung beginnt sich zunächst im Oberstift zu intensivieren
1590-1604 Prozesse finden ununterbrochen mit unterschiedlicher Intensität statt
1601 Prozesswelle unter Johann Adam von Bicken (1601-1604)
1604 Tod Bickens, Erliegen der Prozesse für fast sechs Jahre
1612 neue Landesverordnung und neue Prozesse unter Johann Schweickard von Kronberg (1604-1626)
ab 1621 Abnahme der Prozesse am Ende der Regierungszeit von Kronbergs
1626-1629 größte Welle mit den meisten Opfern unter Georg Friedrich von Greiffenclau (1626-1629)
1629-1647 Rückgang der Prozesse unter Anselm Casimir Walmbolt zu Umstadt
1631 Stagnation der Prozesse nach der Eroberung des Kurfürstentums durch die Schweden
1631-1636 Exil von Kurfürst Anselm Casimir nach Köln nur vereinzelt Verfolgungen v.a. in Amorbach
1636 Rückkehr von Kurfürst Anselm Casimir, kein erneutes Aufleben der Verfolgungen
1647-1673 Philipp von Schönborn in Personalunion Fürstbischof von Würzburg.
um 1660-1670 Welle, die sonst das Reich heimsuchte, betrifft das Kurfürstentum nicht mehr
1648, 1653/55, 1657, 1660, 1662, 1667, 1669 vereinzelte Prozesse unter Schönborn, Prüfung jedes Falles und Verhinderung einer Ausweitung.
1684 letzten beiden Hinrichtungen in Kurmainz wegen Hexerei in Worbis im Eichsfeld
1739 letzte Untersuchung wegen Hexerei unter Kurfürst v. Karl Friedrich von Eltz

Abbildungsnachweise

Teaserbild Erzstift Mainz:

Teaserbild Opferlisten: