Hexenprozesse in Kurmainz

Friedrich Spee von Langenfeld

Friedrich Spee von Langenfeld[Bild: Public Domain]

Friedrich Spee von Langefeld wurde 1591 im kurkölnischen Kaiserswerth (bei Düsseldorf), ein Jahr nach Meyfart als Sohn des kurkölnischen Burgvogts Peter Spee geboren. 1603 ging Spee als Zwölfjähriger an das Jesuitengymnasium Tricoronatum nach Köln. Auch die ersten Studienjahre bis zu seinem Baccaleaureus blieb er in Köln und trat 1610 in Trier als Novize in die Gesellschaft Jesu ein und hoffte zunächst, in die Überseemission gehen zu können. Als er aber dafür abgelehnt wurde, führte er seine Studien fort. Spee ging nach Fulda und Würzburg, wo er den Magister erwarb, um nach kurzen Aufenthalten in Speyer und Worms nach Mainz zu gehen, wo er 1618 bis 1623 studierte. Hier konnte er sein Theologiestudium 1623 mit der Priesterweihe abschließen. Schon in diesen Jahren dichtete Spee seine ersten Lieder, die in Köln und Mainz erschienen, ihm aber bereits einen Verweis der Ordensoberen eintrugen. Nach seinem Studium ging der bereits schon in diesen Jahren umstrittene Spee als Professor für Philosophie an der Universität Paderborn. Auch hier geriet Spee immer wieder mit seinen Oberen in Konflikt, obwohl er bei seinen Studenten sehr beliebt war. Zunehmend wurde Spee das Leben erschwert. Es wurde Spees Abberufung verlangt, weil er «die Einrichtungen des Ordens» kritisiere, so dass es auf Drängen des Ordensgenerals 1631 zum Entzug seiner Lehrerlaubnis für Moraltheologie kam. In dieser ohnehin schon gespannten Situation erschien anonym seine scharfe Kritik an der Hexenverfolgung, die "Cautio Criminalis" oder "Rechtliche Bedenken wegen der Hexenverfolgung". Spee versicherte seinen Oberen, dass die Veröffentlichung ohne sein Wissen erfolgt sei, was aber nach Erscheinen der 2. Auflage kaum noch glaubhaft schien. Die Stimmen im Orden, die einen Ausschluss Spees forderten, wurden immer lauter. Nur weil der Kölner Provinzial ihn deckte und Spee nach Trier versetzte, konnte der Ausschluss vermieden werden. In Trier entstand 1632 die "Trutz Nachtigall". Ohne je zum vierten und letzten Gelübde der Jesuiten zugelassen worden zu sein, starb Spee 1635 bei der Pflege französischer Soldaten und wurde dort in der Gruft der Jesuitenkirche beigesetzt. 

Nachweise

Verfasser: Ludolf Pelizaeus

Hörbeispiel: Oh Heiland reiß die Himmel auf (EKG 7)

  • Melodie: Köln 1638, Augsburg 1666
  • Einspielung: Prisma Chor
  • Leitung: Markus Gück