Hexenprozesse in Kurmainz

Niclas Ehereutter

Auch Niclas (Niclaus) Ehereutter (Ehereiter) gesteht erst nach der Folter, als seine Frau Elß bereits verurteilt war. Anders als Fritz belastet er jedoch seine Frau, indem er sie als diejenige angibt, die ihn zur Zauberei verführt habe. Insgesamt sind seine Schilderungen der angeblichen zauberischen Zusammenkünfte nicht sehr detailreich, was vermutlich damit zu tun hatte, dass er nicht viele weitere Personen bezichtigen wollte. Um jedoch den Erwartungen der weltlichen Richter zu entsprechen, bezichtigt er sich umfangreich selbst mit vorgeblichen Schadenszaubertaten. Zudem gesteht er eine angebliche Unterstützung durch den Teufel im Gefängnis und bedauert, geprägt durch die Ausweglosigkeit seiner Situation, nicht gleich alles gestanden zu haben: „Sagt, der böse geist sey Vf 4 mahln bey ihm in dem gefängnuß gewesen Vnd hedte ihn Zu der halstarigkeit Vermahnet, er sey ein Vatter der Lügen Vnd ein Lügen geist... er sey ein Lügner, er woltte, das er es gleich bekandt hedte.“

Niclas Ehereutter wurde vermutlich am 19. November 1627 hingerichtet, ebenso seine Frau Elß, die Tochter von Hans Friedrich. Nach ihnen wurden ihr Sohn und vier Töchter hingerichtet, nämlich Henrich Ehereutter, Judith, die Frau von Niclas Mezgers, Ottilia, Frau von Henrich Weidenhiller, Anna, Frau von Velten Muht und schließlich die nicht namentlich überlieferte Frau von Hans Sattig Becker. Den Hexenwahn überlebte einzig sein Sohn Hans.

Das Verhörprotokoll

Nachweise

Verfasser: Ludolf Pelizaeus

Quellen:

  • Stadtarchiv Mainz, 28/291, Lage 83 fol. 58r.–62r.